Aktuell im Zoo Basel

Seit wenigen Tagen fährt morgens ein grosser Ladewagen mit Gras in den Zoo Basel. Im Winter ist Heu die Hauptnahrung der meisten Tiere im Kinderzolli Wenn im Frühling das Gras wieder spriesst, ist das Grünfutter hoch im Kurs. Bei der Umstellung der Fütterung ist allerdings Vorsicht geboten.

Frisches Gras aus der Region

Ein Bauer aus der Region mäht täglich früh am Morgen ein Stück Wiese. Mit einem vollen Ladewagen fährt er anschliessend in den Zolli, wo die Gärtner das frisch geschnittene Gras auf die kleineren Zoo-Transportfahrzeuge umladen und in die Tierdienste liefern. Die grössten Mengen fressen die Panzernashörner und die Elefanten. Aber auch der Kinderzolli mit den Ponys, Eseln, Schafen, Ziegen, Lamas und Zebus gehört zu den Grossverbrauchern.

Kleine Helfer

Pflanzen sind reich an Zellulose. Wirbeltiere können diese aber nicht verwerten. Im Laufe der Evolution sind viele Tierarten entstanden, die sie trotzdem als Energiequelle nutzen. Sie überlassen die Verdauung der Zellulose Mikroorganismen. So finden sich zum Beispiel im Pansen der Wiederkäuer Mikroorganismen, dank denen sie zellulosereiche Nahrung verwerten können.

Achtung Kolik

Bei der Umstellung auf frisches Gras im Frühling ist aber Vorsicht geboten. Die Bakterienflora im Verdauungssystem benötigt Zeit, bis sie sich an die neue Futterquelle angepasst hat. Füttert man zu schnell und zu viel Gras, gerät die Pansenflora aus dem Gleichgewicht. Dies kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen, bei den Ponys und Eseln etwa zu Koliken oder bei den Wiederkäuern zu lebensbedrohenden Blähungen. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger steigern die Grasmenge deshalb nur langsam. Zusätzlich greifen sie zu einem kleinen Trick. Weil das frische Gras bei den Tieren so beliebt ist, füttern sie in der Umstellungsphase zuerst Heu, damit die Tiere schon etwas satt sind und beim Gras nicht mehr ganz so herzhaft „zugreifen“.

Bitte nicht Füttern

Ungeeignetes Futter kann den Tieren im Zoo schaden. Füttern durch Besucher beeinflusst auch das Verhalten der Tiere ungünstig. Sie fangen an am Zaun zu betteln. Im Zoo jedoch möchte man die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere fördern. Deshalb gilt für den ganzen Zoo, dass Besuchende die Tiere nicht füttern dürfen.