Aktuell im Zoo Basel

Am 22. Mai 2018 ist im Zoo Basel Ponima zur Welt gekommen. Mit Garissa (9) ist das jüngste Weibchen der Basler Schimpansengruppe Mutter geworden. Ponima wächst nun in einer Grossfamilie mit vielen andern Jungen auf, wie es auch in der Natur üblich ist.

Die kleine Ponima ist wohlauf und schaut mit wachem Blick neugierig um sich. Garissa ist zum ersten Mal Mutter geworden, kümmert sich aber routiniert um sie. Nun haben in der Basler Schimpansengruppe alle geschlechtsreifen Weibchen Nachwuchs. Dies ist in der Natur in Schimpansengruppen üblich. Schimpansenweibchen ziehen immer entweder gerade ein Junges auf oder sie sind trächtig.

In den nächsten Monaten ist Wirbel zu erwarten. Die drei Jungen vom letzten Jahr sind nun auch mal ohne Mutter unterwegs. Sie raufen und spielen zusammen oder schwingen an den Seilen durch die Anlage. Bis Ponima mittut, wird es noch ein Weilchen dauern. Noch ist sie Tag und Nacht eng am Körper ihrer Mutter.

Nachwuchs bis ins hohe Alter

Der Kindersegen in der Gruppe hat das bei Schimpansen übliche Interesse an Jungen etwas gedämpft. Garissa kann sich gut zurückziehen, ohne dass ihre Artgenossen allzu aufdringlich werden. Sie lässt nur ihre Mutter Benga (39), ihre Schwester Lazima (4) und den für seine Kinderfreundlichkeit bekannten Colebe (13) in Ponimas Nähe.

Schimpansenweibchen können ihr ganzes Leben lang Junge haben. Eine Menopause wie beim Menschen gibt es nicht.  Dieses Phänomen wurde bisher nur bei Menschen, Orkas und Grindwalen festgestellt. Bei der Menopause führt eine hormonelle Umstellung bei den Weibchen ab einem gewissen Alter zum Ende der Fortpflanzungsfähigkeit.

Fünf kleine Wirbelwinde

Im Moment leben in der Schimpansengruppe die Mütter Garissa mit Jungem Ponima, Xindra (43) mit Obouasi (1/2), Kitoko (25) mit Obaye (1), Fifi (25) mit Ozouri (1) und Benga (39) mit Lazima (4). Ausserdem gehören die ältere Dame Jacky (51), die jungen Männchen, Colebe (13) und Fahamu (10), und Kume (15), der Vater von Ponima, zur Basler Schimpansenfamilie. Die nächste Mutterschaft ist bei Benga zu erwarten. Da Schimpansen-Junge mit rund vier Jahren abgestillt werden, wird sie voraussichtlich bald wieder trächtig. Von Auge ist dies jeweils kaum zu erkennen. Die Jungen sind bei der Geburt knapp zwei Kilogramm schwer und eigentliche Winzlinge.

Erhaltungszuchtprogramm für Schimpansen

In der Natur überleben etwa die Hälfte der Schimpansenjungen das erste Jahr nicht.  Im Zoo hingegen gibt es selten Todesfälle. Im Zoo Basel werden weibliche Junge an andere Zoos abgegeben. Die Männchen bleiben, wie in der Natur auch, in ihrer Geburtsgruppe. Schimpansen werden in Europa von einem EEP (Europäisches Erhaltungszucht- Programm) koordiniert. Dieses bestimmt, wo die jungen Schimpansen, wenn sie in die Pubertät kommen, ein neues Zuhause finden.
In der Natur haben Schimpansen keine rosige Zukunft. Sie werden von der IUCN als gefährdet eingestuft. Bedroht sind sie unter anderem durch Wilderei. Schimpansen kommen nirgends in hohen Dichten vor und pflanzen sich langsam fort. Wilderer töten meist ganze Gruppen, was schnell zur Ausrottung einer Population führen kann. Auch Habitatsverlust durch menschliche Nutzung und Krankheitsepidemien wie Ebola verkraften bereits geschrumpfte Populationen schlecht.