Aktuell im Zoo Basel

Insekten sind ein Grundnahrungsmittel für viele Tiere im Zoo Basel. Die Leibspeise der tierischen Insektengourmets wird im Zoo Basel hinter den Kulissen eigens gezüchtet.

Ob Reptilien, Vögel oder Affen - für viele Zootiere sind Insekten ein echter Leckerbissen. Für manche von ihnen sind Insekten das Hauptnahrungsmittel, wobei jede Tiergruppe wieder andere Ansprüche an die Insektennahrung stellt. Im Zoo Basel werden deshalb rund 10 Insektenarten hinter den Kulissen gezüchtet.

Insekten in aller Munde

Der Herr der Fliegen im Zoo Basel ist der Tierpfleger Thomas Aerni. Er sorgt dafür, dass die Zucht von Heuschrecken, Grillen, Rosenkäfern, Wachsmotten, Stubenfliegen, Ofenfischchen, Springschwänzen, Fruchtfliegen, Stubenfliegen, Erdwürmern und von Schaben einwandfrei vonstatten geht, denn der Nährwert eines Insektes ist nur so gut wie das Futter, das es für sein Wachstum erhält. Auch die Hygiene ist sehr wichtig, da Insekten sehr empfindlich für Temperaturschwankungen, Keime und Schmutz sind. Ein Ausfall in der Zucht muss unbedingt vermieden werden, denn viele Tiere sind auf die fast tägliche Lieferung von Insekten angewiesen.

So dienen Wachsmotten-Maden der Aufzucht von Jungvögeln. Ofenfischchen und Springschwänze sind optimales Futter für kleine Frösche und wirken zugleich als Putzequipe im Terrarium: Sie fressen kleinste Partikel und halten es auf diese Weise sauber. Die Schützenfische im Vivarium schiessen mit einem Wasserstrahl Grillen von den Blättern, und Rosenkäfer Larven sind Leckerbissen für Echsen, Kleinaffen und Erdmännchen. Selbst die recht unappetitlich aussehenden Fauchschaben werden von den Javaneraffen mit Begeisterung verspeist.

Florierende Vogelzucht dank Insekten

Die Zucht von Heuschrecken begann im Zoo Basel 2001 mit der Eröffnung des Etoscha-Hauses. Zuvor wurden Insekten, wie es in anderen Zoos üblich ist, eingekauft. In den letzten Jahren ist im Zoo Basel ein eigener Insektendienst entstanden, der zur Aufgabe hat, Insekten zu Futterzwecken zu züchten. Insekten dienen aber nicht nur als Futter, sondern auch der Beschäftigung der Tiere - oder sie sind selber Teil der Ausstellung: Im Etoschahaus illustriert ein Schwarm mit hunderten Heuschrecken das Thema Nahrungskreislauf des Hauses.

Im Etoscha-Haus lässt sich mehrmals täglich eindrücklich beobachten, wie Erdmännchen, Scharlachspinte aber auch Rotschnabeltokos, Siedelweber und Rüsselspringer die Insekten, die ihnen der Tierpfleger gibt, jagen, unschädlich machen und genüsslich verspeisen.

Mit der Insektenzucht floriert heute die Zucht von mehreren Vogelarten im Vogelhaus und auch die Reptilien und Amphibien profitieren davon. Vögel benötigen zur Aufzucht ihrer Jungen zu Beginn tierisches Eiweiss, auch dann, wenn sie sonst reine Fruchtfresser sind. Ausreichende Mengen und beste Qualität werden nun vom Zoo Basel selber produziert und die Erfolge lassen sich sehen. So haben beispielsweise die Türkisnaschvögel dank Wachsmotten als Babynahrung so viel Nachwuchs aufgezogen wie noch nie zuvor in der Geschichte des Zoo Basel.