Aktuell im Zoo Basel

Im Zoo Basel sind jetzt junge Strahlenschildkröten zu sehen. Bisher waren die Schildkrötchen – von denen die kleinere nur acht Zentimeter Durchmesser hat – hinter den Kulissen untergebracht.

Die beiden jungen Strahlenschildkröten sind am 4. Dezember 2016 und 6. Juni 2017 hinter den Kulissen geschlüpft. Nun sind sie für die nächsten Monate im Vivarium zu sehen. Die Eltern der Jungen stammen noch aus Madagaskar und sind im Schaubecken 57 untergebracht. Sie leben zum Teil schon seit Eröffnung des Vivariums 1972 dort, mindestens aber seit 25 Jahren.

Beschlagnahmte Strahlenschildkröten

Die Jungtiere leben im Terrarium Nummer 49. Im gleichen Terrarium leben fünf halbwüchsige Strahlenschildkröten, die in Madagaskar geschlüpft sind. Sie wurden wie viele Hunderttausende andere Strahlenschildkröten aus dem Land geschmuggelt, um in Ostasien auf Lebensmittelmärkten verkauft zu werden. Diese Tiere hatten aber Glück, denn sie wurden in Hong Kong beschlagnahmt und mit über hundert anderen Strahlenschildkröten verschiedenen europäischen Zoos in Obhut gegeben. Die f¨ünf beschlagnahmten Tiere leben seit 2014 im Zoo Basel und wuchsen hinter den Kulissen heran.

Erfolgsmodell mit ungewissem Schicksal

Schildkröten sind eine der ältesten noch lebenden Tiergruppen. Die ersten fossilen echten Schildkröten existierten vor etwa 200 Millionen Jahren. Heute sind rund 270 Arten bekannt. Ihr Schicksal ist jedoch ungewiss. Die meisten Schildkrötenarten sind heute von der Ausrottung bedroht. Hauptgrund ist in den meisten Fällen die Zerstörung der Lebensräume.

Der Strahlenschildkröte aus Madagaskar ist tragischerweise ihr bester Schutz zum Verhängnis geworden. Wegen ihres schwarzen Rückenpanzers mit der individuellen und für jedes Schild einzigartigen gelben Strahlenzeichnung ist sie ein beliebtes Heimtier. Ausserdem macht sie ihre Grösse von etwa 40 Zentimetern bei einem Gewicht von 15 Kilogramm attraktiv für den Lebensmittelhandel.

Bedroht durch illegalen Handel

Heute schätzt man, dass pro Jahr bis zu 241’000 Tiere abgesammelt werden – so wie auch die im Zoo Basel gezeigten fünf halbwüchsigen Tiere. Schwer bewaffnete Wilderer transportieren sie in Lastwagen ab und schmuggeln sie per Flugzeug bis nach Ostasien. Zuvor werden sie oft monatelang ohne Nahrung und Wasser in Lagern gehalten. In Madagaskar entdeckte man in den letzten Jahren mehrere Häuser, in deren Räumen bis zu 12’000 Tiere lebend gebunkert wurden. Diese Tiere mussten notfallmässig medizinisch versorgt und in gute Haltungen gebracht werden.

Die geretteten Schildkröten sollen irgendwann wieder in geschützten Gebieten angesiedelt werden. Das Problem ist, dass solche Gebiete erst ausgewiesen werden müssen, und es muss auch sichergestellt sein, dass die Tiere keine Krankheitserreger mit ins Freiland nehmen. Seit 2008 steht die Strahlenschildkröte auf der Roten Liste als von der Ausrottung bedroht. Man schätzt, dass der Bestand in etwa 45 Jahren erloschen sein wird.