Aktuell im Zoo Basel

Die beiden neuen Lamastuten Manchada (7) und Marie (10) im Zoo Basel sind nach einer mehrwöchigen Angewöhnung inzwischen auch auf dem Lamaspaziergang dabei.  Am 1. August gab es einen weiteren Neuankömmling: Aura (12) gebar ein männliches Junges.

Ungewohnte Düfte

Die beiden Lamastuten sind bei einem privaten Halter aufgewachsen. Ende April zogen sie im Zoo Basel vorerst in ein Reservegehege im Sautergarten. Dort absolvierten sie die Quarantäne und hatten Zeit, sich an die ungewohnten Zollidüfte und –geräusche zu gewöhnen. Anfang Juli zogen sie in den Kinderzolli um. Die ersten Tage verbrachten sie getrennt von der Gruppe, hatten aber bereits Sicht- und Schnupperkontakt mit den neuen Kolleginnen.

Jedes Mal anders

Die Einführung neuer Tiere in eine bestehende Gruppe braucht Fingerspitzengefühl. Bei Marie und Manchada verlief die Integration fast problemlos. Beide haben einen ausgeglichenen Charakter und sind ein eingespieltes Team. Dies war wohl auch der Grund, dass die alteingesessenen Lamastuten sie erstmal in Ruhe liessen. Erst nach zwei Tagen fasste die dominante Stute den Mut, einen Angriff auf die Neuen zu starten. Da Marie und Manchada keine grossen Reaktionen zeigten, hörte das Gerangel bald auf. Hengst Salvejo ist zurzeit von den Lamastuten getrennt. Er wird sich wohl erst für die Neuen interessieren, wenn sie brünstig werden.   

Spazieren will geübt sein

Die Lamas im Kinderzolli werden regelmässig von mitarbeitenden Kindern durch den Zolli geführt. Der erste Lamaspaziergang mit den Neuen wurde von erfahrenen und grösseren Kindern und Jugendlichen begleitet - dies aus gutem Grund: Aura nutzte prompt die Gelegenheit und startete von hinten einen Angriff auf die beiden Neulinge. Rasch wiesen die Begleiter Aura in die Schranken und stellten wieder Ordnung her. Trotzdem wurde anschliessend eine mehrtägige Pause eingelegt. Inzwischen klappt der Lama-Spaziergang in der neuen Konstellation bestens.

Höhen- und lastentauglich

Die Wildform des Lamas ist das Guanako. Lamas wurden vor 4000 bis 4500 Jahren in den zentralen Anden domestiziert. Man findet die sehr widerstandsfähigen und genügsamen Tiere von 3800 bis 5000 m über Meer in Peru, Bolivien und Argentinien. Die grösste Verbreitung hatten sie während der Zeit des Inkareiches, wo sie primär als Lasttier eingesetzt wurden. Lamas können Lasten von bis zu 30 Prozent ihrers Körpergewichtes tragen und pro Tag 20 bis 30 Kilometer zurück legen. In den Hochanden sind sie für die Bewohner bis heute von unschätzbarem Wert. Lamas haben sich inzwischen weltweit als „Freizeit-Tierart“ verbreitet und werden beispielsweise für Touristen-Trekkings eingesetzt.