Aktuell im Zoo Basel

Gemeine Kraken sind für ihre Intelligenz bekannt. Zwei Exemplare dieser pfiffigen Tintenfisch-Art üben sich im Zoo Basel im Flaschen öffnen.

In der Natur spielen Gemeine Kraken sehr gerne mit Muschel und Schneckenschalen, und öffnen diese. Im Vivarium im Zoo Basel wird den neugierigen Tieren die Nahrung deshalb in Flaschen mit verschiedensten Verschlüssen serviert. Diese müssen sie mit Hilfe ihrer acht Arme erst einmal öffnen, damit sie an die Leckerbissen gelangen.

Ein Gemeiner Krake lebt im Zoo Basel hinter den Kulissen im Vivarium und das zweite Tier ist im Schaubecken 43 zu sehen.

Blaublütig und intelligent

Kraken können ihre acht Arme unabhängig voneinander bewegen, da jeder Arm von einem eigenen Nervenzentrum angesteuert wird. So hat ein Oktopus also neun Gehirne und übrigens auch drei Herzen! Das arterielle Herz verteilt das Blut im Körper, zwei zusätzliche Kiemenherzen sorgen für eine erhöhte Durchflussrate der Kiemen. Das Oktopus-Blut ist blau – weil nicht wie bei uns eisenhaltiges Hämoglobin, sondern kupferhaltiges Hämocyanin den Sauerstoff bindet.

Nur einmal im Leben Nachwuchs

Jährlich werden etwa 300’000 Tonnen der 230 verschiedenen Krakenarten für den menschlichen Verzehr gefangen, von denen der Gemeine Krake den Hauptteil ausmacht. Trotzdem ist die Art nach der Roten Liste als «nicht bedroht» eingestuft, und gerade im westlichen Mittelmeer ist sie nach wie vor sehr zahlreich anzutreffen. Ein Grund dafür ist die hohe Vermehrungsrate von Gemeinen Kraken. Ein grosses Weibchen kann bis zu 500’000 Eier produzieren, die es bis zum Schlupf bewacht. Die wenigen Millimeter grossen Jungen werden nach dem Schlupf als Plankton verdriftet. Das Weibchen, das schon während es das Gelege umsorgt, nichts mehr frisst, ist danach so entkräftet, dass es stirbt. Männliche Kraken – sie unterscheiden sich von den Weibchen durch einen speziell zur Paarung mit weniger Saugnäpfen und einer Samenrinne ausgestatteten Fangarm – sterben bereits nach der Paarung.

Kurzes Leben

Fortpflanzung bedeutet bei Kraken gleichzeitig den Tod der Elterntiere. In der Natur werden sie nur etwa drei bis vier Jahre alt. Im Aquarium sterben sie meistens nach etwa anderthalb bis zwei Jahren nach ihrer Ankunft – nicht etwa, weil sie im Aquarium weniger lang leben, sondern weil sie beim Fang meistens schon eine gewisse Grösse und damit schon ein fortgeschrittenes Alter haben. Im Mittelmeer findet man Kraken hauptsächlich aufgrund von Gegenständen wie Muschelschalen und Schneckenhäusern, die sie vor ihren Wohnhöhlen ansammeln. Heute sind es leider vermehrt Plastikabfälle wie Petflaschen oder Dosen, mit denen sie spielen. Je älter ein Krake ist, desto mehr Spielsachen liegen vor seiner Höhle.

Jeder Krake ist ein Tintenfisch, aber nicht jeder Tintenfisch ist ein Krake

Kraken stossen – wie alle Tintenfische – bei Gefahr ein Tintensekret aus und hüllen ihre Feinde in einen Tinten-Nebel, während sie sich in der nächsten Höhle in Sicherheit bringen. Dieses Tintensekret ist typisch für alle etwa 1000 Arten in der Klasse der Tintenfische. Die Kraken sind nur eine Familie dieser Klasse, die sich durch acht Arme auszeichnet. Zu den Tintenfischen gehören auch die Kalmare, die zwei zusätzliche Fangarme, also zehn Arme, besitzen oder die altertümlichen Perlboote mit bis zu 90 Tentakeln.