Aktuell im Zoo Basel

Bei den Kleinen Kudus und den Rappenantilopen ist zurzeit Nachwuchs zu sehen und weitere Junge sind unterwegs.

Das Kleine Kudu Jina (6) hat am 19. Februar ein Böckchen geboren. Es heisst Pepo (Swahili „Wind“ oder „Geist“). Jina ist eine sehr aufmerksame Mutter und beobachtet genau, wenn Pepo auf der Aussenanlage herumspaziert und Blätter knabbert. Er trinkt zwar noch bei seiner Mutter, frisst aber immer mehr auch feste Nahrung.

Bei den Rappenantilopen hat es ebenfalls Nachwuchs gegeben. Das Junge von Fara kam am 24. März und das von Evita am 10. April zur Welt. Die beiden jungen Weibchen haben sich bereits kennengelernt und werden bald noch Gesellschaft erhalten, denn drei weitere Rappenantilopen erwarten möglicherweise Nachwuchs.

Ähnlich wie die kleinen Kudus – und übrigens auch unsere heimischen Rehe - sind Rappenantilopen ‚Ablieger’. Die Mutter lässt ihr Junges nach der Geburt an einem geschützten Ort und hält sich in einiger Entfernung auf. Zweimal täglich besucht sie das Kleine und lässt es trinken. Das Junge hat dann noch keinen Eigengeruch. Damit das so bleibt, leckt die Mutter ihrem Jungen jeweils intensiv das Hinterteil ab. In der Natur sind die hellbraunen Rappenantilopen-Kinder so in ihrem Versteck vor Fressfeinden gut geschützt. Erst nach etwa drei Wochen folgen sie der Mutter und der Herde.

Gross und wehrhaft

Die grosse Rappenantilope zählt zu den Pferdeböcken. Sie lebt in Familiengruppen bis zu 30 Tieren. Eine Herde besteht meist aus einem Bock mit mehreren Kühen und Jungtieren. Im Zolli leben derzeit fünf Kühe und ein Bock. Unter den Weibchen wird streng auf eine Art Altersrangordnung geachtet. Gekämpft wird mit den säbelartigen, langen Hörnern, die beim Männchen besonders kräftig sind. Dabei gehen die Tiere voreinander in die ‚Knie’ und versuchen sich gegenseitig mit den Hörnern wegzudrücken: Ein Kräftemessen, ohne dass der Gegner lebensgefährlich mit den Hörnern verletzt wird. Gegen Raubfeinde wie Leoparden, Löwen und Hyänen setzen sie die Hörner auch direkt ein. Rappenantilopen sind in der Busch- und Baumsavanne Ostafrikas, Angolas, Sambias und im nordöstlichen Südafrika verbreitet.

Scheu und selten

Auch die kleinen Kudus sind in der Savanne Ostafrikas zuhause. Dort suchen die scheuen Antilopen gerne Schutz hinter Büschen. In der Natur ist die zierliche Antilope selten geworden. Wilderei, Lebensraumverlust und Jagd machen ihnen das Leben schwer. Ihr Bestand wird von der Weltnaturschutz-Organisation (IUCN) auf unter 120‘000 Tiere geschätzt. In Zoos ist ihre Nachzucht in einem Zuchtprogramm organisiert (ESB = Europäisches Zuchtbuch). Der Zoo Basel züchtet Kleine Kudus seit 1956.