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Aktuelles aus dem Zolli
 
Ozeanium als Zentrum der Begegnung und Bildung

Der Zoo Basel befindet sich schon seit einigen Jahren auf einer Reise in die moderne Zoowelt. Seit 1961 räumlich nicht mehr gewachsen, soll die Zoolandschaft jetzt ihrem natürlichen Weg in Richtung Innenstadt folgen. Auf dem Areal der Heuwaage möchte der Zolli mit dem Ozeanium ein Grossaquarium bauen, das den Menschen einen verborgenen, faszinierenden Lebensraum enthüllt, den es zu schützen gilt. Ein einstiger „Unort der Trennung“ wird so aufgewertet zu einem lebendigen Treffpunkt und einem weitherum ausstrahlenden touristischen Ziel.

Durch seine naturnahe Parklandschaft und die Nähe zum Tier ist der Zoo Basel einzigartig in der Zoowelt und gilt als einer der schönsten Zoos weltweit. Damit dies so bleibt, hat der Zolli in den vergangenen Jahren viel in die Aufwertung seiner Tieranlagen investiert. Gehegelandschaften und natürliche Lebensräume prägen heute das Bild. Seine heutige Fläche ist im Süden durch das Siedlungsgebiet der Gemeinde Binningen begrenzt. Nördlich bietet sich eine Erweiterung in Richtung Heuwaage an.

Eintauchen in beeindruckende Lebenswelten

„Wir sind seit fast 40 Jahren nicht mehr gewachsen. Die Zeit ist reif für eine Weiterentwicklung“, ist Olivier Pagan, Direktor des Zoo Basel, überzeugt. Für den gewünschten Fortschritt hat der Zolli auch schon eine konkrete Vision: „In unserem Ozeanium lassen Korallenriffe, Haie, Riesenkraken und leuchtende Meeresorganismen die Besucherinnen und Besucher in eine faszinierende Lebenswelt eintauchen. Sie bringen ihnen die vielfältigen Lebensräume der Ozeane, die fast drei Viertel der Erdoberfläche bedecken, näher und machen uns bewusst, wie bedeutend und schützenswert diese sind“, führt Olivier Pagan aus. Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein solches Grossaquarium auf dem Heuwaage-Areal realisiert werden könnte.

Ideale Ergänzung zum Zolli

Als Zentrum für Erholung, Bildung, Naturschutz und Forschung wird ein Ozeanium die Anliegen des Zoo Basel konsequent weiter umsetzen. Besucherinnen und Besucher lernen den Ozean kennen und schätzen, sie informieren sich, nehmen die gewonnen Erkenntnisse mit und geben sie weiter. Sie erleben und geniessen die Unterwasserwelt mit allen Sinnen. Der Genuss steht auch bei den themenbezogenen Ladengeschäften und der Erlebnisgastronomie im Mittelpunkt. Mit längeren Öffnungszeiten weit in die Nacht hinein wird das Ozeanium zu einem Begegnungszentrum und belebt einen momentan toten Raum der Basler Innenstadt. Es bietet Raum für Konferenzen und Anlässe und ist ein idealer Forschungsort für Universitäten und Meeresinstitute.

Einziges Grossaquarium der Schweiz

Das Basler Ozeanium wäre das einzige Grossaquarium der Schweiz. Vergleichbare Aquarien sind über 500 Kilometer entfernt. Sie befinden sich in Arnheim, Genua, Lissabon oder Barcelona und sind mit hunderttausenden Gästen pro Jahr wahre Besuchermagnete. Ein international bekanntes Ozeanium schafft Arbeitsplätze, lockt Touristen an und bringt der Region Basel eine hohe Wertschöpfung. Die meisten Grossaquarien sind sehr erfolgreich und erwirtschaften ihre Betriebskosten selbst. Dies soll auch beim Basler Ozeanium nicht anders sein.

Von der Vision zur Wirklichkeit

Der Zoo Basel arbeitet seine Vision in den kommenden Monaten weiter aus und setzt alles daran, dass sie bald als konkretes Projekt realisiert werden kann. Dazu braucht es noch die Zustimmung des Grossen Rates zur Zonenplanänderung und eine Baubewilligung für das Ozeanium auf dem Areal der Heuwaage. Thomas Jermann, Kurator Vivarium des Zoo Basel, bekräftigt: “Jeder Mensch ist durch die Nutzung von Wasser, durch Flüsse und Seen mit dem Ozean verbunden. Der Ozean geht uns alle an. Es wäre wunderbar, wenn Basel mit dem Ozeanium ein Zeichen setzen würde.“

Aktuelle Informationen zum Ozeanium

Ozeanium auf Facebook

Ja zur Neugestaltung zwischen Zolli und Heuwaage

Der Zolli baut für die Menschenaffen

Der Zolli erweitert und saniert das aus den 60er-Jahren stammende Affenhaus. Um das Gebäude entstehen von Netzen begrenzte Freianlagen. Neu werden die Menschenaffen die Wahl haben, ob sie sich lieber im Haus oder in den dschungelartig strukturierten Aussenbereichen aufhalten. Die Tiere können in schwindelerregenden Höhen klettern, auf Futtersuche umherstreifen und Regen, Sonne, Wind und Schnee auf ihrem Fell spüren. Für die Menschenaffen  eröffnen sich neue Sinneswelten – und für Sie neue Einblicke ins Leben unserer nächsten Verwandten.

Eröffnet wird die neue Erlebniswelt der Menschenaffen im Sommer 2012.

Während der Umbauzeit müssen Sie nicht auf Affen verzichten: Im Juni 2010 eröffnet der Zolli eine neue Anlage für die Javaneraffen auf dem Felsen bei den Schneeleoparden. Die Kattas wohnen neu auf der Insel bei den  Geparden. Im Sommer 2011 kehren die meisten Affen in das umgebaute Haus zurück.

Elefanten
Die Elefantenanlage wird im Laufe der nächsten Jahre erneuert und erweitert.

Geplant sind neue Ställe für eine 'Freilaufhaltung' für die Weibchen, ein Bullenstall mit vergrösserter Aussenanlage und eine Erweiterung der gesamten Anlage in Richtung des ehemaligen Känguru-Geheges.

Der Zeithorizont für dieses Projekt ist noch nicht absehbar.

Panda

Im Sautergarten des Zolli ist längerfristig eine asiatischen Biotop-Grossanlage geplant. Dabei soll neben den Indischen Panzernashörnern der Grosse Panda einen Schwerpunkt bilden.

Die verborgenen und schwer zugänglichen Gebirgszüge Chinas sind mit ihren ausgeprägten biogeographischen Gegensätzen ein Rückzugsgebiet für zahlreiche ursprüngliche Tier- und Pflanzenarten geworden. Die zukünftige Biotop-Grossanlage wird diesen Lebensraum im kühl-feuchten Klima nachempfinden. Die räumliche Einheit des Sautergartens und seine markante Topographie bieten dabei ideale gestalterische Rahmenbedingungen.

Der Grosse Panda ernährt sich als einzige grosse Bärenart beinahe ausnahmslos vegetarisch von Bambus. Mit einer eigenen Bambuspflanzung möchte der Zolli eine weitgehende Selbstversorgung erreichen. Die Pandas sollen ihr Verhalten möglichst uneingeschränkt ausleben können, sind sie doch gut zwölf Stunden pro Tag mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Der Grosse Panda steht stellvertretend für alle Tier- und Pflanzenarten in seinem schützenwerten Lebensraum.

Der Zoo Basel hofft auf diese Weise den Besucherinnen und Besuchern für die chinesische Tier- und Pflanzenwelt zu begeistern und für Themen wie Arterhaltung und Naturschutz zu sensibiliseren. Nicht zuletzt will der Zoo Basel zusammen mit anderen Zoos, den Naturschutzorganisationen und den Universitäten einen Beitrag zu neuen Erkenntnissen über den Grossen Panda leisten. 

Parkplatz

Lag der Zolli zu seinen Anfangszeiten am Rande der Stadt, so ist er heute vollständig von ihr umschlossen. Die einzige Erweiterungsmöglichkeit besteht im Parkplatzgelände vor dem Zoo. Die Realisierung eines Parkhauses unter dem Erdbeergraben, neben dem Zoo-Haupteingang, würde diese Erweiterung in den Bereich des Möglichen bringen. Welche Tierarten auf dem ehemaligen Parkplatzgelände allenfalls gehalten werden, ist noch nicht definiert.

Weiterer Ausblick

Der Zolli lebt, und was lebt, verändert sich ständig.

Auch der Lebensraum der Zolli-Tiere hat sich im Laufe der Jahre verändert. Gehege wurden zu Landschaften und gewähren heute neue, spannende Einblicke. Mit den neuen Anlagen Etoscha und Gamgoas hat der Zoo Basel im Sinne der Welt- Zoo-Naturschutzstrategie ein erstes Wegstück seiner Zukunft beschritten. Die neuen Anlagen veranschaulichen das neue Konzept in der Tierhaltung: Sie sind thematisch ausgerichtet und die artgerecht gehaltenen Tiere sollen wenn immer möglich gemeinsam mit anderen Arten leben. Die Gestaltung soll zusammen mit den Pflanzen einen Eindruck des heimatlichen Lebensraumes der Tiere vermitteln.

Der Zolli selbst wird in nächster Zukunft nicht wachsen. Eingebettet mitten in die Stadt ist eine Ausdehnung nicht möglich. Mit den neuen, grosszügigen Biotopanlagen werden deshalb einige Tierarten weichen müssen und statt mehrer Arten einer Tierfamilie wird vielleicht einmal nur noch eine beispielhaft vertreten sein: Dies dafür in einer Umgebung die den Besucherinnen und Besuchern auch den Lebensraum des Tieres näherbringt und zum Beobachten ihres Sozialverhaltens einlädt. Leben bedeutet Veränderung.

Mit den neuen Anlagen des Zoo Basel öffnet sich den Besuchenden ein Fenster in die Zoo-Zukunft. Da und dort werden Baugeräusche zu hören sein, vielleicht wird ein Haus einmal vorübergehend wegen Umbau geschlossen werden, doch all diese ungewohnten Dinge bedeuten nur, dass der Zolli lebt, sich verändert, sich um seine Tiere kümmert und dass für die Besucherinnen und Besucher bald neue Ein- und Ausblicke möglich sind.

 
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