| 1874 |
Am
Eröffnungstag strömten unzählige
Neugierige herbei. Zum Bestaunen gab es die Weiher
mit den verschiedensten Stelz- und Wasservögel,
die Raubvögel, die Fasanerie, das Miniaturblockhaus
mit Wildschweinen, die sternförmigen Anlagen
für Hirsche, Büffel und Elche und eine
Eulenburg. Eine besondere Attraktion waren die
Tiere im Raubtierhaus: Wolf, Luchs, Dachs, Fuchs,
Wildkatze und Marder. Weitere Anziehungspunkte
stellten der Bärengraben, die Felsenanlage
mit Gämsen und Steinböcken und das Bassin
mit Fischotter und Biber dar.
Eine
Wirtschaft, ein mit Hirschgeweihen verzierter
Riegelbau, mit offener und geschlossener Terrasse
lud die Besucher zum Verweilen ein.
Bereits
im ersten Jahr verzeichnete man im Zolli, so wurde
der Garten von der Basler Bevölkerung liebevoll
genannt, einen Andrang von 62'000 Besucher, obwohl
Basel-Stadt damals nur 50'000 Einwohner zählte.
Bald
schon musste man die Tierhaltung im Zolli neu
überdenken; einerseits wegen der hohen Sterblichkeit
der Alpentiere und anderseits forderten die Besucher
mehr exotische Tiere zu sehen.
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| 1884 |
Dies
führte 1884 zur ersten Erweiterung des Gartenareals
in Richtung Binningen, in deren Zentrum die Festmatte
stand und auf der die verschiedensten Veranstaltungen
abgehalten wurden. Man errichtete beispielsweise
eine Raubtierarena oder ganze Dörfer, in
denen Nubier, Marokkaner oder Singhalesen für
Wochen wohnten und ihre Kriegs- und Maskentänze
oder Schlangenbeschwörungen vorführten.
Diese Tier- und Völkerschauen erfreuten sich
bis 1932 grosser Beliebtheit bei der Bevölkerung. Dank
verschiedener Legate konnte der Zolli die ersten
exotischen Tiere erwerben, wie Kamele, Lamas
und Tapire. Die Vettern Paul und Fritz Sarasin
importieren 1886 einen jungen Indischen Elefanten.
Miss Kumbuk wurde schnell in der ganzen Stadt
bekannt und erhielt im Jahr 1891 ein im maurischen
Stil gebautes Haus, indem auch die Zebras unterbracht
wurden. |
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| 1890 |
Das
erste Löwenpaar gelangte 1890 in den Zolli
und im Raubtierhaus musste für sie ein besonderer
Käfig angefertigt werden. Bereits am 19.
März 1891 erblickte der erste kleine Löwe
das Licht der Welt. 1896 erfolgte im Raubtierhaus
eine Erweiterung durch mehrere Käfige, um
auch andere grosse Raubkatzen zu zeigen. Schliesslich
wurde 1904 ein neueres Raubtierhaus eröffnet,
das auch eine Reptilienabteilung beherbergte.
Der erste Menschenaffe, das Orang-Utanweibchen
Kitty, traf im Jahr 1900 in Basel ein. Eine
feste finanzielle Grundlage erhielt der Zolli
1901 durch das Errichten der Johannes Beck Stiftung
- ein Legat vom Basler Bürger Johannes
Beck in der Höhe von Fr 750'000,--. Noch
heute wird der Johannes Beck Tag im Zolli gefeiert
und ermöglicht den Besuchern freien Eintritt. |
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| 1910 |
1910
erfolgte die Eröffnung des heutigen Antilopenhauses.
Mit grossem Aufwand wurden Elenantilopen, Sumpfantilopen,
Buschböcke und Weissschwanzgnus gehalten.
1912 entschloss sich der Zoo zum Ankauf von zwei
Giraffenbullen. Mit grossem Bedauern nahm man
den Tod von Miss Kumbuk, der beliebten Elefantendame,
im Jahr 1917 zur Kenntnis. In Folge des Krieges
waren Elefanten in Europa zur Rarität geworden
und es gelang erst 1919 einen neuen Elefanten,
Miss Jenny, vom Circus Krone zu erwerben. Kurz
nach Beendigung des Ersten Weltkrieges wurde wegen
der finanziellen Notlage von befreundeten Kreisen
der Verein zur Förderung des Zoologischen
Gartens, heute Verein der Freunde des Zoologischen
Garten Basel, 1919 gegründet, der den Zolli
hilfreich unterstützt. Die
Tiergartenbiologie wurde von Carl Hagenbeck
geprägt und es war an der Zeit seine Ideen,
Tiere in gitterlosen Freianlagen zu zeigen,
auch hier zu verwirklichen. Dies begann 1921
mit dem Bau des Murmeltierfelsens und des beliebten
Seelöwenbeckens durch den bekannten Bildhauer
Urs Eggenschwyler. Im
neuen Vogelhaus, das 1927 eröffnet wurde,
beherbergte man zeitweise Menschenaffen und
Reptilien. |
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| 1930 |
Eine
wichtige Erweiterungsetappe erfolgte 1930. Der
Zollieingang wurde gegen das Viadukt vorverlegt
und Parkplätze, dem modernen Verkehr entsprechend,
eingerichtet. Im neugestalteten Eingangsbereich
des Gartens empfingen die Flamingos, Strausse
und Zebras die Besucher. Der 1930 entstandene
und vom Freundeverein gespendete Affenfelsen bildete
einen grossen Anziehungspunkt, ebenso wie die
damals moderne Bärenfreianlage mit verschiedenen
Bärenarten. Aus dem alten mittelalterlichen
Bärengraben entstand eine neuen Anlage, die
Wolfsschlucht. Mit
dem Legat von Ulrich Sauter kaufte die Verwaltung
1934 vom Staat das Land zwischen Elsässerbahn
und Dorenbachviadukt, das danach zum Sautergarten
ausgebaut und 1939 eröffnet wurde. Hier entstand
als grössere Anlage 1938 der Steinbockfelsen
und das Pinguinbassin.
Mit
grossem finanziellen Aufwand wurde die alte Wirtschaft
1935 durch das neue Restaurant ersetzt, das bis
heute die Zollibesucher verwöhnt.
Die
grösste Katastrophe in der Zolligeschichte
ereignete sich 1937 als die Maul- und Klauenseuche
ausbrach und wertvolle Tiere verendeten. Eine
weitere Stagnation erlebte der Zolli während
des Zweiten Weltkrieges.
Eine
Lücke im Tierbestand bildeten die Aquarien-
und Terrarientiere, die in dürftigen Behältern
im Vogelhaus untergebracht waren. Aus spärlichen
Mitteln entstand schliesslich im alten Direktionswohnhaus
und früherem Eingangsgebäude ein Aquarienraum
mit 20 Süss- und Meerwasserbecken. Dieses
kleine Aquarienhaus wurde für die Bevölkerung
1942 als Weihnachtsüberraschung eröffnet. |
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| 1947 |
Nach
Kriegsende erholte sich der Zolli rasch und vor
allem die Möglichkeit seltene Tiere zu importieren
machte ihn bald zu einer grossen Sehenswürdigkeit. So
kamen 1947 wieder Giraffen nach Basel, die im
Antilopenhaus ihre Unterkunft fanden. Zu seinem
75-jährigen Jubiläum erhielt der Zolli
schon im Jahr 1948 ein Geschenk vom Freundeverein,
den Gorilla Achill, der sich später bei einer
genauen Untersuchung als Weibchen entpuppte.
Im
Jubeljahr 1949 erreichte das erste Okapi, Bambe,
den Zolli. Leider starb der Bulle nur knapp zwei
Monate später an einer schweren Wurminfektion,
doch sammelte man in diesem Zeitraum wichtige
Erfahrungen zur Okapihaltung. Im gleichen Jahr
hielten auch die seltenen Brillenbären auf
der Bärenanlage Einzug.
1951
eröffnete der Zolli im Sautergarten seinen
zweiten Eingang, das vielbesuchte Seelöwenbecken
wurde von einer Zuschauerrampe umgeben und die
Giraffen erhielten einen weiträumigen Auslauf.
Im gleichen Jahr gelangte das erste Panzernashorn,
importiert durch den Tierhändler Peter Ryhiner,
in den Zolli und ein weibliches Tier glücklicherweise
schon ein Jahr später. Bei den beiden Tieren
handelte es sich um den Bullen Gadadhar und das
Weibchen Joymothi, die späteren Stammeltern
der weltbekannten Basler Panzernashornzucht. |
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| 1952 |
Eine
grosse Attraktion waren die 1952 angekommenen
5 jungen „Elefäntli" aus Ostafrika.
Die Gruppe wurde schnell stadtbekannt, denn sie
unternahmen regelmässige Spaziergänge
durch den Allschwiler Wald oder bummelten durch
die Stadt. Das 1953 eröffnete neue Elefantenhaus
beherbergte neben den jungen Afrikanischen Elefanten
auch noch die Panzernashörner und die Zwergflusspferde. Die
Suche nach einem Partner für Achilla verlief
in diesem Jahr erfolgreich. Stefi, ein junger
Gorillamann aus einem amerikanischen Zoo, gelangte
nach Europa und konnte vom Zolli erworben werden.
Damit war Basel als erster europäischer
Zoo im Besitz eines erwachsenen Gorillapaares. Nach
langen Verhandlungen mit der Regierung von Belgisch-Kongo
gelang es 1955 endlich ein Okapimännchen
zu importieren und ein Jahr später sogar
ein weibliches Tier. Da das Weibchen aber bereits
nach vier Wochen starb, durfte der Zolli 1957
nochmals ein Okapiweibchen abholen und 1960
ereignete sich die erste Okapigeburt. |
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| 1956 |
Einen
wichtigen Stellenwert in der modernen Tierhaltung
nahm das neue Raubtierhaus ein. Bei seiner Eröffnung
1956 bestaunten die Besucher erstmals Tiger hinter
einem dünnen Maschengitter oder Löwen
in einer Aussenanlage die nach oben hin offen
ist! Die engen Wurfboxen im Haus bestätigten
alsbald ihre Richtigkeit, da alle Raubkatzen ab
diesem Zeitpunkt regelmässig züchteten.
Das Raubtierhaus wurde für viele andere Zoos
zum Vorbild und beeindruckte immer wieder durch
seine Zuchterfolge. |
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| 1956 |
Als
Weltsensation galt 1956 die Geburt des Panzernashorns
Rudra. Das erste in einem Zoo geborene Panzernashorn
sorgte später im Zoo von Milwaukee für
Nachwuchs in zweiter Zoogeneration. Bis heute
wurden in Basel 28 Junge geboren und der Zolli
nimmt weltweit eine wichtige Stellung in der Panzernashornzucht
ein. |
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| 1958 |
Die
Flamingo-Kolonie konnte im Zolli wissenschaftlich
sehr genau erforscht werden und man sammelte
wichtige Erkenntnisse. 1958 schlüpfte der
erste Flamingo im Zolli und damit erstmals auch
in einem europäischen Zoo. |
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| 1959 |
1959
konnten die Panzernashörner und die Zwergflusspferde
ihr neues Haus im Sautergarten beziehen. Die
Zwergflusspferde bezogen mehrere Stallungen und
nun war es möglich auch mehrere Zuchtweibchen
zu halten, um die seit 1953 erfolgreiche Zucht
aufrechtzuerhalten. Bis heute wurden im Zolli
72 Zwergflusspferde geboren. |
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| 1959 |
| Eine
weitere Sensation erfolgte am 23. September
1959 mit der ersten Gorillageburt in Europa
und der Zweiten weltweit in einem Zoo. Goma
wurde von ihrer unerfahrenen Mutter Achilla
nicht richtig betreut und musste von Menschenhand
aufgezogen werden. Als Goma ein Jahr alt war,
kam der gleichaltrige Gorillajunge Pepe aus
Kamerun nach Basel und Goma fand auf diese Weise
Anschluss zu ihren Artgenossen. Beide Tiere
konnten ohne grössere Schwierigkeiten in
die Gorillafamilie integriert werden. Schon
am 17. April 1961 brachte Achilla ihr zweites
Kind, Jambo, zur Welt und zog ihn ohne Probleme
alleine auf. Als erstes Gorillakind in zweiter
Zoogeneration wurde Tamtam, der Sohn von Goma
und Jambo, am 2. Mai 1971 geboren. |
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| 1959 |
1959
konnten die Panzernashörner und die Zwergflusspferde
ihr neues Haus im Sautergarten beziehen. Die
Zwergflusspferde bezogen mehrere Stallungen und
nun war es möglich auch mehrere Zuchtweibchen
zu halten, um die seit 1953 erfolgreiche Zucht
aufrechtzuerhalten. Bis heute wurden im Zolli
72 Zwergflusspferde geboren. |
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