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Baby-Beutel

Zwei Kängurubabys schauen im Zoo Basel noch etwas schüchtern aus den Bauch-Beuteln ihrer Mütter. Da Kängurus so winzig wie ein Gummibärchen zur Welt kommen, übersieht auch der aufmerksamste Tierpfleger meist die Geburt. Deshalb haben Zookängurus am Tag, an dem sie zum ersten Mal aus dem Beutel schauen ‚Geburtstag’. Im Gegensatz zum gut entwickelten Jungen vom 23. Februar war das zweite vom 7. März wohl aussergewöhnlich neugierig: Noch ganz rosa und unbehaart wagte es den ersten Blick in die Umgebung.

Heftiges Drehen und Winden liess seit längerem vermuten, dass sich in Känguru Dingis (4) Beutel im Zoo Basel etwas tut. Just am ersten warmen Tag des Jahres, am 23. Februar, schaute ihr Junges zum ersten Mal aus dem Beutel, wie um nachzuschauen, ob der Frühling wirklich schon da sei. Sehr überzeugt scheint es noch nicht zu sein, nur ab und zu wagt es einen schnellen Blick in die Umgebung. Das Kleine von Chupa (5) nahm den ersten Augenschein am stürmischen und kalten 7. März, zum Glück in der warmen Innenanlage. Eigentlich hätte der Tierpfleger erst in einem Monat damit gerechnet und er staunte nicht schlecht, als ein völlig haarloses, rosarotes Köpfchen über den Beutelrand guckte.

Der Tag des ersten Blicks aus dem Beutel wird in der Tierkartei des Zoos als ‚Geburt’ festgehalten. Ein neugeborenes Känguru ist bei der Geburt winzig und höchstens ein Gramm schwer, sodass die echte Geburt praktisch nicht zu sehen ist. Kängurus kommen nach einer kurzen Tragzeit von 30 Tagen zur Welt und klettern aus eigener Kraft in wenigen Minuten am Fell der Mutter hoch in den Beutel. Dort saugt sich das nackte Junge an einer Zitze fest. Nach rund sechseinhalb Monaten wagt es den ersten Blick in die Welt und macht mit etwa neun Monaten die ersten noch ungeschickten Hüpfversuche. Was bei jungen Kängurus so unpraktisch aussieht, erweist sich als sensationelle Energiesparmassnahme. Hüpfen verbraucht nur knapp halb soviel Energie wie Laufen. Die Känguruhinterbeine funktionieren wie Sprungfedern. Die Energie des Aufpralls wird gespeichert und wieder in Absprungenergie umgesetzt. Bei anderen Vierbeinern verpufft sie grösstenteils ungenutzt.

Im Zoo Basel leben derzeit 10 Kängurus: ein Männchen, 7 Weibchen und zwei Jungtiere.

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