Das neue Okapi ‚Stomp’ (6) soll im Zoo Basel möglichst bald für Nachwuchs sorgen. Der Zolli freut sich über den gesunden und prächtigen Bullen und auch seiner Partnerin ‚Xina’ (10) scheint er zu gefallen. Doch bevor sich die beiden näher kennenlernen konnten, musste Stomp für tierärztliche Untersuchungen trainiert werden: Ein Prozedere, das er mit erstaunlicher Gelassenheit über sich ergehen liess. ‚Stomp’ ist eines von weltweit nur 160 Zoo-Okapis.
Die Freude war gross, als am 2. Dezember der neue Okapi-Bulle ‚Stomp’ (6) aus dem Zoo Berlin im Zolli ankam. Schon der erste Eindruck nach dem Ausladen aus dem Transporter nach der strapaziösen Reise war vielversprechend. Das Prachtstier interessierte sich sofort für das angebotene frische Grünzeug und fügte sich ruhig und gelassen in die neue Umgebung des Antilopenhauses ein. ‚Stomp’ wurde während seiner Reise von seinem zukünftigen Tierpfleger begleitet, der sich vorgängig bis ins Detail über dessen Charakter und die Haltung informiert hatte: Instruktionen zur Annäherung ans Tier wurden ebenso ausgetauscht wie Futterpläne und besondere Vorlieben.
Der Import eines Okapis aus dem Ausland ist an tierseuchenpolizeiliche Auflagen gekoppelt, und es muss eine amtliche Quarantäne durchgeführt werden. Während dieser Zeit müssen spezielle Hygienemassnahmen im Umgang mit dem Tier befolgt werden, und der Kontakt zu anderen Huftieren ist untersagt. Der Gesundheitszustand des neu eingestellten Tieres wird akribisch dokumentiert, und zusätzlich wird Blut auf bestimmte ansteckende Krankheitserreger untersucht. Erst beim Vorliegen negativer Resultate gibt die Behörde durch das Aufheben der Quarantäne das Tier frei, sodass es auch von den ZoobesucherInnen aus der Nähe bestaunt werden kann.
Zur Erleichterung der Zootierärzte wurden die benötigten Untersuchungen erheblich vereinfacht, da der Okapi-Bulle bereits ‚trainiert’ war, das heisst der Tierpfleger konnte nach gutem Zureden das Tier sanft berühren und sein samtiges Fell streicheln. Nach dieser ersten Angewöhnung kam der Tierarzt hinzu. Problemlos konnte auch er ,Stomp’ an allen Körperteilen berühren, und sogar die Klauen konnten angehoben und genau inspiziert werden. Diese Vorbereitungen führten dazu, dass dem Tier zur Blutentnahme nur ein Beruhigungsmittel verabreicht werden musste, und die Untersuchung, für ein Wildtier ungewöhnlich, am stehenden Tier durchgeführt werden konnte. Mittlerweile ist ‚Stomp’ aus der Quarantäne entlassen, und das Interesse an seiner Artgenossin ,Xina’ ist vielversprechend. Der Zoo Basel hofft, damit den Grundstein für weitere regelmässige Nachzuchten gelegt zu haben.
Okapis sind wegen zunehmendem Lebensraumschwund bedroht. Weltweit leben nur rund 160 Tiere in Zoos, in Europa sind es 55. Der Zoo Basel unterstützt Forschungs- und Naturschutzprojekte zur Erhaltung der scheuen, einzelgängerischen Waldbewohner im Kongo finanziell.








