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Bruterfolg bei den Brillenpinguinen

Ein Anlagen-Umbau hat bei den Brillenpinguinen im Zoo Basel einen regelrechten Babyboom ausgelöst. Küken Nummer acht dieser Brutsaison schlüpfte am 10. Januar, weitere könnten noch folgen. Das neue, reichhaltige Nestangebot und die von Brillenpinguinen geschätzte nachbarliche Distanz scheint den Vögeln zu behagen, zuvor lief die Nachzucht jahrzehntelang nur schleppend. Im Freileben nimmt der Bestand an Brillenpinguinen laufend ab, der Zoo Basel unterstützt deshalb ein Schutzprojekt vor Ort.

Am 10. Januar schlüpfte das achte Brillenpinguinküken innerhalb eines halben Jahres auf der neugestalteten Anlage im Zoo Basel. Den Anfang gemacht hatte der erste Jungvogel bereits im August letzten Jahres: Eine kleine Sensation, denn die Zucht der Brillenpinguine gelang im Zolli in den vielen Jahren ihrer Haltung nur selten. Der Zoo Basel hält seit 1949 Brillenpinguine, doch ein wirklicher Zuchterfolg blieb aus. Immer wieder verliessen die Altvögel frühzeitig ihren Nachwuchs und die Küken verstarben oder mussten von Hand aufgezogen werden.

2008 wurde die Brillenpinguin-Anlage erweitert und neu gestaltet. Besonderes Augenmerk wurde auf die Lage der Nester gelegt. Brillenpinguine brüten zwar in Kolonien, gehen aber zu ihren Nachbarn gerne etwas auf Distanz. Nach Anlageneröffnung dauerte es nur wenige Wochen, bis sich die ersten Vögel auf die neue Sandanlage wagten. Einige der neuen Brutplätze wurden im selben Herbst belegt und zwei Paare zogen ihre Jungen auf. Der grosse Run auf die neuen Nester blieb aber aus, bis Ende Juli letzten Jahres gleich mehrere Paare emsig Nester suchten und Ende August bereits das erste Küken der Saison schlüpfte. Da diejenigen Brillenpinguine, die schon seit mehreren Jahrzehnten im Zolli leben, erst spät im Jahr mit der Brut beginnen, könnten noch weitere folgen.

An den Küsten von Süd-Afrika und Namibia nimmt der Brillenpinguin-Bestand stetig ab. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts lebten noch ein paar Millionen Tiere, hundert Jahre später waren es gerade noch 63’000 Brutpaare. Im Jahr 2009 wurden nur noch 31’000 Paare gezählt. Wegen Überfischung und dem Abwandern wichtiger Fischschwärme wie Sardinen und Sardellen, der Hauptnahrung der Brillenpinguine, gelingt es den Altvögeln nicht mehr, ausreichend Fisch zur Aufzucht der Jungen zu finden. Als Folge werden die Jungvögel frühzeitig verlassen und verenden.

Um ein Aussterben dieser Vogelart zu verhindern, haben sich namhafte Organisationen aus Südafrika sowie der Europäischen ‚Zoo-Gemeinde’ zusammengetan und arbeiten an langfristigen Schutzmassnahmen. Unter anderem werden die verlassenen Jungvögel gesammelt und in einer Pflegestation aufgezogen. Der Zoo Basel unterstützt diese Schutzbemühungen finanziell.

Weitere Informationen zum Projekt Brillenpinguin

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